Konzeption "Smile-Kids Menslage GmbH & Co. KG"

Allgemein

1. Beschreibung & Art der Einrichtung

Die Wohngruppen von "Smile-Kids Menslage GmbH & Co. KG" sind Einrichtungen der freien Jugendhilfe. Es handelt sich um vollstationäre Einrichtungen, die der Heimaufsicht des Landesjugendamtes Hannover unterliegen. Das örtliche Jugendamt ist der Landkreis Osnabrück. Es gelten die Rahmenverträge auf der Grundlage von § 78 f KJHG in der jeweils gültigen Fassung.

Wir sind Mitglied im VPK (Landesverband privater Träger der freien Kinder-, Jugend- und Sozialhilfe in Niedersachsen e. V.).

2. Grundsätzliches Selbstverständnis

Unser Selbstverständnis gründet sich im Wesentlichen auf den Grundsatz: „Alle Menschen sind gleich“. Jedem sollte das gleiche Maß an Wertschätzung, Achtung und Solidarität entgegengebracht werden. Alle Verhaltensweisen der Menschen sind als Resultat aus Umwelt / Umfeldfaktoren zu verstehen und in Systemen verankert. In unserer Einrichtung soll es den Kindern und Jugendlichen möglich sein, sich zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten zu entwickeln, die sich als Teil einer sich ständig ändernden Gesellschaft verstehen.

Wir wollen die Kinder und Jugendlichen auf ihrem momentanen Entwicklungsstand annehmen und mit ihnen an Zukunftsperspektiven arbeiten.

Sie sollen die Möglichkeit bekommen, in einer geschützten und professionellen Atmosphäre, korrigierende Erfahrungen zu machen, sich eigener Ressourcen bewusst zu werden, diese zu nutzen und zu authentischem Handeln zu finden.

Die Arbeit mit den Sorgeberechtigten ist in gleichem Maße von Wertschätzung und Achtung geprägt.

3. Leitbild

Unser Handeln ist geprägt von einer sozialen, ethischen und humanistischen Grundeinstellung. Hieraus leiten wir für uns eine prinzipiell positive, wertschätzende und akzeptierende Einstellung zum Menschen in seiner Ganzheit ab. Bestandteil dieser Sichtweise sind im Besonderen die jeweiligen Biographien der jungen Menschen, die Arbeit und Reflexion mit der Herkunftsfamilie und dem neuen Lebenssystem in Bezug auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

4. Maßnahmen der Qualitätsentwicklung und -sicherung

Allgemein


Die Hilfe wird ausschließlich durch qualifiziertes pädagogisches Fachpersonal erbracht.

Um die Qualität unseres Handels abzusichern nutzen wir:

  • wöchentliche Fallbesprechungen im Team
  • Fallbesprechungen mit Unterstützung einer externen systemischen Familientherapeutin
  • Supervision durch einen externen Supervisor
  • Sicherung des Informationsflusses durch Dienstübergaben
  • regelmäßige Kontakte und enge Kooperation zu und mit allen mitarbeitenden Parteien
  • schriftliche Dokumentation aller Besprechungen und Beratungen
  • halbjährliche Erstellung von Entwicklungsberichten für das Jugendamt
  • halbjährliche Hilfeplangespräche
  • Führung und Kontrolle der Inhalte der erstellten Förderpläne
  • interne und externe Fortbildungsangebote
  • jährlich stattfindende Gespräche zwischen MitarbeiterIn und Leitung im Bezug auf persönliche Einschätzung und einrichtungsbetreffende Entwicklungen

Die wesentlichen Instrumente der Qualitätsentwicklung und -sicherung sind Beratung und Anleitung des pädagogischen Teams, regelmäßige Supervision sowie einrichtungsinterne und externe Fortbildungen durch anerkannte Fortbildungsträger. Darüber hinaus halten wir Dokumentation und Evaluation für unabdingbar. 

4.1 Supervision

Das Team erhält 10 Mal im Jahr Supervision durch einen externen qualifizierten Supervisor / systemischen Familientherapeuten (jeweils 2 Stunden). Inhalt der Sitzungen sind in erster Linie Fallbesprechungen und -Beratungen. Weitere Inhalte sind Struktur und Zusammenarbeit des Teams sowie Konzeptentwicklung.

Eine Leitungssupervision erfolgt nach Bedarf. 

 

4.2 Dienstbesprechung

Einmal in der Woche findet eine Dienstbesprechung aller MitarbeiterInnen des Gruppendienstes (3 Stunden) statt. Diese Zeit teilt sich in 2 Stunden Fallbesprechungen und 1 Stunde für dienstliche Angelegenheiten. Im Einzelnen erfüllt die Teambesprechung die Funktionen zum  Informationsabgleich, zur organisatorischen Planung und Koordinierung, zur Reflexion pädagogischer Prozesse, zur Fallvorstellung, zum kollegialen Austausch im Hinblick auf fachliche Fragen und zur Entwicklung der Qualitätskriterien. Für die Fallbesprechungen wird 12 Mal im Jahr eine systemische Familientherapeutin zur Verfügung stehen (jeweils 2 Stunden).

4.3 Fortbildung

Den MitarbeiterInnen wird jährlich ein auf den spezifischen Tätigkeitsbereich abgestimmtes Fortbildungsprogramm zur Teilnahme ermöglicht. Jede Fachkraft nimmt mindestens einmal im Jahr an einer eintägigen Fortbildungsveranstaltung teil. Zu aktuellen Fragestellungen finden einrichtungsintern Fortbildungen statt.

Bundesweite Fortbildungsoffensive 2010-2012


Das pädagogische Team von "Smile-Kids" nahm teil an der bundesweiten Fortbildungsoffensive 2010-2012 des DGfPI zur Stärkung der Handlungsfähigkeit (Prävention und Intervention) von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kinder- und Jugendhilfe zur Verhinderung sexualisierter Gewalt.

Die Fortbildung wird in Kooperation mit dem Eylarduswerk Bad Bentheim ("Hobbit" - Beratungsstelle für Betroffene von sexueller Gewalt) in den Räumen von "Smile-Kids" durchgeführt und durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert.

4.4 Dokumentation

Von allen Sitzungen des Teams (Fall- und Dienstbesprechungen) werden Protokolle angefertigt, die einen Überblick über die Systematik der Arbeit geben und der Optimierung dienen.

Mindestens einmal im Jahr finden Gespräche zur Förderung von fachlicher, methodischer und persönlicher Kompetenz der MitarbeiterInnen durch die pädagogische Leitung statt. Diese werden ebenfalls protokolliert und neben den Arbeitsverträgen in der jeweiligen Personalakte festgehalten. Außer den Personalakten zählen die Leistungsbeschreibung, die Betriebserlaubnis sowie betriebswirtschaftliche Unterlagen und Auswertungen zur Dokumentation struktureller Merkmale.

Zu jeder Bewohnerin / jedem Bewohner wird eine pädagogische Akte angelegt, in der Verlaufsdokumentationen (halbjährliche Entwicklungsberichte, Kurz- oder Zwischenberichte von Seiten der Einrichtung), Schriftverkehr, Telefon- und Gesprächsprotokolle von Elternberatungen oder Austausch mit anderen Institutionen, Zeugnisse der Kinder / Jugendlichen und amtliche Dokumente, Gutachten sowie eine Dokumentationen ärztlicher Versorgungen verortet sind.

Im Rahmen der Qualitätssicherung setzen wir uns zudem für die Einhaltung von halbjährlichen Hilfeplangesprächen mit allen Beteiligten ein, bei denen die Entwicklung des Kindes / Jugendlichen verdeutlicht und Perspektiven geklärt werden. Das von Seiten des zuständigen Jugendamtes verfasste Protokoll dieses Gespräches mit ggf. neuen Zielvereinbarungen wird ebenfalls in der persönlichen Akte festgehalten.

4.5 Evaluation

Die Bewertung, Auswertung und Steuerung der pädagogischen Arbeit geschieht in den Leitungs- und Teambesprechungen, Fachberatungen und in der Supervision. Die Evaluation der Hilfeverläufe erfolgt in Form der schriftlichen Dokumentation sowie im Hilfeplangespräch.

4.6 Schutzauftrag nach § 8a SGB VIII

Die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in unseren Wohngruppen, setzt voraus, dass das wir das Wohlergehen der uns anvertrauten Personen in unserem Rahmen gewährleisten.

Um dem Schutzauftrag in unserer Einrichtung gerecht zu werden, dokumentieren wir detailliert schriftlich (Telefonate, Aussagen, Beratungen, etc.) und fotografisch (bei körperlichen Spuren). Wir geben spätestens ab Bekanntwerden gewichtiger Anhaltspunkte eine Gefährdungseinschätzung unsererseits an die zuständigen SachbearbeiterInnen des jeweiligen Jugendamtes weiter. Zudem fördern wir den permanenten Informationsaustausch zwischen allen Beteiligten, soweit hierdurch der wirksame Schutz des Kindes oder Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird (z. B. bei Verdacht von sexueller Gewalt durch Sorgeberechtigte). Wir kooperieren mit dem „Dt. Kinderschutzbund e. V.“ in Osnabrück, sowie mit den Kinder- und Jugendlichen Psychotherapeuten vor Ort. Im Rahmen der „Bundesweiten Fortbildungsinitiative 2010-2014“ haben wir mit allen MitarbeiterInnen verschiedene für unsere Einrichtung gültige Kriseninterventionspläne erstellt.

Wir sind permanent bemüht, gemeinsam mit allen Beteiligten vorübergehende, kurzfristige  und auch stabile Lösungen zu finden / installieren, um Sicherheit  für die Kinder und Jugendlichen zu erlangen.

Kann langfristig das Kindeswohl bei den Sorgeberechtigten auch mit zusätzlicher Unterstützung nicht sichergestellt werden, können wir eine (auch zeitweise) Rückkehr fachlich nicht unterstützen. Dies wird im Rahmen der Hilfeplanung erörtert und offen gelegt (soweit hierdurch der wirksame Schutz des Kindes oder Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird).

Unsere Aufgabe ist es neben unserer fachlichen Einschätzung auch hier, den Wünschen und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen eine Stimme zu verleihen.

 

5-Tage-Wochengruppe

Die 5-Tage-Wochengruppe „Smile–Kids“ dient der vollstationären Unterbringung von 6 Kindern und Jugendlichen an den Schultagen des Landes Niedersachsen von Montag bis Freitag, 16.00 Uhr.

2. Pädagogische Arbeit

2.1 Personenkreis

Die 5-Tage-Wochengruppe ist geeignet für Mädchen und Jungen im Alter von 6 bis 16 Jahren. Zielgruppe dieses Betreuungsangebotes sind Kinder/Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsstörungen, deren Eltern aufgrund von individuellen, sozialen und gesellschaftlichen Situationen mit der Erziehung und Versorgung überfordert sind und die mit ambulanten oder teilstationären Hilfeformen nicht ausreichend gefördert werden können.

Es stehen 6 Plätze zu Verfügung.

Rechtsgrundlage ist § 34 SGB VIII.

Aufnahmekriterien:

  • Bereitschaft der Eltern und Kinder/Jugendlichen zu einer intensiven Zusammenarbeit
  • In Ferienzeiten und an Wochenenden muss eine Versorgung und Betreuung der Kinder/Jugendlichen in der Familie gewährleistet sein
  • eine Rückführung zu den Sorgeberechtigten soll nach einer im Hilfeplan festgeschriebenen Zeitspanne realistisch umsetzbar erscheinen


Ausschließende Kriterien:

Nicht aufgenommen werden Kinder und Jugendliche mit:

  • akuter oder latenter Suizidproblematik
  • diagnostizierter und akuter Suchtproblematik
  • starker körperlicher oder geistiger Behinderung
  • psychotischen Krankheitsentwicklungen


Einzugsbereich:

Vorrangig werden Kinder und Jugendliche aus den Landkreisen Osnabrück und Cloppenburg aufgenommen. In Einzelfällen finden auch Kinder und Jugendliche aus anderen Regionen Aufnahme.

Hilfeart und Rechtsgrundlage:

Die 5-Tage-Wochengruppe „Smile–Kids“ ist ein stationäres Angebot der Kinder- und Jugendhilfe. Sie ermöglicht die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen an Schultagen. Durch ein familienanaloges Arbeiten soll eine gute Kopplung mit der Herkunftsfamilie möglich werden. Schwerpunkte der Arbeit sind die Stabilisierung und Förderung der Kinder und Jugendlichen und die Arbeit mit den Sorgeberechtigten. Aufgrund des konzeptionellen Ansatzes der Rückführung in die Familie, wird von uns ein hohes Maß an Bereitschaft zur Mitarbeit seitens der Sorgeberechtigten vorausgesetzt.

Die familiären Umstände müssen es ermöglichen, dass die Kinder und Jugendlichen außerhalb der Schulzeiten in den Familien versorgt werden können, damit sie die sozialen Kontakte im bisherigen Wohnumfeld weiterhin pflegen können und eine gegebenenfalls schon erfolgte Integration nicht abreißt.

Durch dieses zeitlich begrenzte stationäre Angebot wird es den Familien ermöglicht, Entlastung innerhalb der Woche zu erfahren und gleichzeitig aktiv an einer häuslichen Situation zu arbeiten, die einen dauerhaften Verbleib der Kinder und Jugendlichen im elterlichen Haushalt ermöglicht.

Die Dauer der Zusammenarbeit ist zeitlich nicht begrenzt, in Ausnahmefällen kann mit allen Beteiligten eine längerfristige Unterbringung vereinbart werden.

Rechtsgrundlage sind die §§ 27, 34 SGB VIII.

2.2 Pädagogischer Ansatz

Das konkrete pädagogische Handeln in der 5-Tage-Wochengruppe orientiert sich an verhaltenstherapeutischen und systemischen Ansätzen. Dabei wird davon ausgegangen, dass verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche ihre Grundanliegen oft mit sozial unangemessenen Mitteln verfolgen. Diese stellen für andere Menschen oft ein Problem dar. Für das Kind hingegen sind dieses nicht Probleme, sondern Lösungen, wenn auch so genannte „Scheinlösungen". Unsere Pädagogik soll dazu dienen, positive und sozial förderliche Bedingungen zu gestalten, damit ein Kind bzw. Jugendlicher lernen kann, seine Anliegen legal und sozial angemessen zu realisieren.

Obwohl die Kinder und Jugendlichen innerhalb der Woche in der Einrichtung leben, bleibt die Erziehungsverantwortung der Eltern an den Wochenenden und in den Ferien erhalten. Professionelle Begleitung der Kinder und Jugendlichen ist in den meist konfliktreicheren Zeiten (z.B. Schulbesuch, wöchentlicher Alltag) angesiedelt.

Ein enger Austausch von gemachten Erfahrungen, deren Reflektion und kritische Betrachtung zwischen den Pädagogen und den Sorgeberechtigten dient dem Abstimmen gemeinsamer Ziele und deren Umsetzung.

2.3 Pädagogische Zielsetzung

Vor dem Hintergrund des pädagogischen Ansatzes, ist es unser Ziel, das Kind oder den Jugendlichen in die Herkunfts- oder Pflegefamilie rückzuführen und den Verbleib im familiären Bezugssystem zu sichern.

Schwerpunkte der Elternarbeit:

  • Erhaltung und Förderung der Erziehungsverantwortung der Sorgeberechtigten gegenüber den Kindern und Jugendlichen
  • Erstellung und Bearbeitung eines Förderplanes mit Bezug zur Hilfeplanung
  • Erarbeitung eines gemeinsamen Erziehungsprozesses
  • Biographisches Aufarbeiten des familiären Kontext (Genogrammarbeit)
  • Wahrnehmen und Fördern von systeminternen Ressourcen


Schwerpunkte der Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen:

  • Förderung einer dem Alter entsprechenden ganzheitlichen Eigen- und Fremdwahrnehmung
  • Unterstützung und Förderung beim Erreichen von schulischen Zielen
  • Wahrnehmung und Förderung von Ressourcen
  • Stärkung eines positiven Selbstbildes
  • Soziale Integration in bestehende Gruppenformen
  • Biographiearbeit

 

2.4 Methodische Grundlagen

Von primärer Bedeutung für unsere Arbeit ist Kontinuität, Zuverlässigkeit und Beziehung in der Arbeit mit den Kindern, Jugendlichen und Sorgeberechtigten.

Unsere Arbeit basiert auf systemischen und lösungsorientierten Ansätzen. Das Entdecken und Nutzen von Ressourcen bei den Kindern und Jugendlichen als auch bei den Sorgeberechtigten ist wesentlicher Bestandteil der Arbeit.

Durch spezielle handwerkliche Angebote soll dieser Vorgang bei den Kindern und Jugendlichen unterstützt werden. Das gemeinsame Handeln und Tun ist dabei ein treibender Motor und hilft, Entwicklungsprozesse positiv zu beeinflussen.

In der Elternarbeit liegt die Gewichtung bei systemisch orientierten Beratungsgesprächen und möglichen Hospitationen der Eltern.

Ein strukturierter Tagesablauf unter Einbindung von immer wiederkehrenden Ritualen, soll ein gemeinsames Leben und Erleben ermöglichen, welche die Basis für eine vertrauensvolle, einschätzbare und eine gegenseitig akzeptierende Beziehung bilden.

Eine Mischung aus dem Schaffen von Freiräumen und dem Setzen von Grenzen ermöglicht es den Kindern und Jugendlichen, sich frei zu entwickeln und eigene Erfahrungen zu machen und dabei Orientierung und Sicherheit zu erhalten.

Erlebnispädagogische Angebote sollen es den Kindern und Jugendlichen ermöglichen, an ihre Grenzen zu gelangen, „Gruppe“ zu erleben, Vertrauen aufzubauen, Hilfe zuzulassen und anzubieten und Konfliktlösungsstrategien zu erlernen.

Durch Sport / Spiel, sowie eine den Jahreszeiten angemessene und gesunde Ernährung, wird ein positives Körpergefühl entwickelt und ein Umgang mit heimischen Ressourcen erlernt.

Die methodischen Grundlagen lassen sich aus den lerntheoretisch orientierten und systemischen Ansätzen ableiten. Dazu gehört u. a.:

  • die kontinuierliche positive Verstärkung auch von kleineren persönlichen Fortschritten
  • wertschätzendes Verhalten
  • die Suche und Bewusstmachung von selbstwertdienlichen Kognitionen bzw. Gedanken
  • die Erarbeitung förderlicher sozialer Fertigkeiten im Rollenspiel und des Transfers auf verschiedene Lebensbereiche
  • Einüben von Selbstkontrolle
  • aktives Zuhören bei besonderen Problemen
  • Ausgewogenes Verhältnis von Alltagsstruktur und freien Entfaltungsmöglichkeiten
  • Analyse systemischer Zusammenhänge
  • gruppendynamische Prozesse
  • Arbeit mit Video und Foto zur Förderung und Überprüfung von Selbst- und Fremdwahrnehmung

3. Leistungen

Allgemein

Die folgenden beschriebenen Leistungen sind Standardleistungen und kommen grundsätzlich allen Kindern und Jugendlichen bzw. deren Sorgeberechtigten zugute.

3.1 Grundleistungen
  • Kennenlernen der 5-Tage-Wochengruppe durch Informationsgespräche und Gruppenbesichtigung / -Besuch
  • Intensive Aufklärung der Sorgeberechtigten vor der Aufnahme der Kinder und Jugendlichen über Ziele, Regeln und inhaltliche Gestaltung der Arbeit und Verpflichtung zur Zusammenarbeit
  • Aufnahme des Kindes oder des Jugendlichen in Kooperation mit dem zuständigen Jugendamt, dem Kind/Jugendlichen und den Sorgeberechtigten auf Basis der Hilfeplanung laut §36 SGB VIII
  • schriftlicher Vertrag über Aufträge und Ziele aller Beteiligten, Erstellen eines Förderplanes
  • Berichterstattung seitens der Einrichtung zur Überprüfung auf Eignung der Hilfemaßnahme nach 2 Monaten ggf. Hilfeplankonferenz mit allen Beteiligten
3.2 Arbeit mit den Personensorgeberechtigten

Einbindung der Sorgeberechtigten in die Hilfeplanung (Auftragserfassung, Zielentwicklung)

  • Erhaltung und Förderung der Verantwortung der Sorgeberechtigten gegenüber den Kindern und Jugendlichen
  • Herstellung eines gemeinsamen Erziehungsprozesses durch weitreichende und verbindliche Beteiligung und Einbindung der Sorgeberechtigten
  • Erstellung eines Förderplanes
  • Möglichkeit der Hospitation im Gruppenalltag
  • begleitende Teilnahme an Projekten und Festen
  • Stärkung des Familiensystems
  • Lösungsorientierte Auseinandersetzung mit den Problematiken in der Herkunftsfamilie
  • Befähigung der Eltern zu einer selbstständigen, eigenverantwortlichen Erziehung
  • Rückführung der Kinder und Jugendlichen


Diese Zielsetzungen sollen auf der einen Seite durch wöchentlich statt findende Telefonate der Mitarbeiter/innen mit den Sorgeberechtigten erarbeitet werden. Hierbei sollen die Planung und Reflektion der Heimfahrten der Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt stehen. Auf der anderen Seite soll mit den Sorgeberechtigten in Form von (wenigstens einmal im Monat stattfindenden) systemisch orientierten Beratungsgesprächen durch die in der Einrichtung arbeitenden Pädagogen, an der Rückführung der Kinder und Jugendlichen gearbeitet werden.

Ca. alle 3 Monate soll die Beratung im häuslichen Umfeld der Familie stattfinden. Das Erkennen und Nutzen von systeminternen Ressourcen ist dabei wichtiger Bestandteil. Außerdem ist es wichtig, die positiven Aspekte des familiären Umfeldes und der dort anzutreffenden sozialen Kontakte zu erhalten und zu fördern.

Gegebenenfalls kann die Beratung durch eine systemische Familientherapeutin begleitet / ergänzt werden. Dies ist Bestandteil der individuellen Sonderleistungen.

3.3 Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen
  • 24 Std. Betreuung von Montag bis Freitag, 16.00 Uhr
  • strukturierter Alltag
  • Unterstützung und Förderung in schulischen Angelegenheiten (Hausaufgabenhilfe, Lernhilfe),(Nachhilfe ist ggf. möglich, Bestandteil der individuellen Sonderleistungen)
  • Planung und Durchführung von Aktionen, die das Sozialverhalten fördern, das Selbstwertgefühl steigern, Entwicklungsrückstände aufarbeiten, Ressourcen stärken, lebenspraktische Fähigkeiten vermitteln und einüben, und zu einer, dem alter entsprechenden eigenständigen Lebensführung hinführen (speziell durch handwerkliche, freizeit- und erlebnispädagogische Angebote)
  • Angebot zur Teilnahme an einer einwöchigen Ferienfreizeit innerhalb der Ferien
  • Angebot zur Teilnahme an Projekten innerhalb der Ferien
  • Integration in ortsansässige Vereine nach Interesse
  • Aufarbeitung der eigenen Biografie
  • Unterstützung zum intensiven Kontakt zur Herkunftsfamilie
  • Lösungsorientierte Auseinandersetzung mit den Problematiken in der Herkunftsfamilie
  • Planung und Reflexion von Heimfahrten


Neben der Sicherheit und Orientierung durch Struktur, Grenzsetzung, Beziehungsangebote und Freiräume legen wir besonderen Wert auf bewegungsintensive, handwerkliche und ressourcenorientierte Angebote.

Die Kinder und Jugendlichen können eine Halle als Kreativwerkstatt für großflächige Farb- und Malprojekte nutzen. Eine weitere Halle soll als Holzwerkstatt dienen, in der die Kinder und Jugendlichen den Umgang mit Holz und Werkzeugen erlernen und verschiedene Geschenke, Dekorationsartikel oder Spielgeräte für das Freigelände erstellen können. Halle 3 beherbergt eine Metallwerkstatt. Hier soll das Bauen und Gestalten eines einrichtungseigenen Autocrossfahrzeuges im Mittelpunkt stehen. Außerdem wird die Reparatur von eigenen Gegenständen unter dem Motto „Aus alt mach neu“ angeleitet, sowie Geschenke und Dekorationsartikel hergestellt. In der 4. Halle befindet sich eine Fahrradwerkstatt. Hier lernen die Kinder, wie sie ihre Fahrräder instand setzen und verkehrssicher halten können; wer kein eigenes Fahrrad hat, erhält die Möglichkeit, aus Ersatzteilen ein neues Rad zusammenzustellen. In Halle 5 wird mit den Kindern und Jugendlichen ein Indoorspielplatz entstehen, mit u. a. den Möglichkeiten zum Volleyball-, Tischtennis- und Billardspielen oder einem Gocartparcour. Halle 6 wird ein Fotolabor zum selbstständigen Entwickeln und Vergrößern von Fotos werden.

3.4 Vernetzung
  • Regelmäßige Überprüfung des „Ist-Standes“ in Bezug auf die Hilfeplanung und Rückmeldung an das zuständige Jugendamt, ggf. Veränderung der Vereinbarungen
  • Regelmäßige Kontakte zu den Schulen und anderen Institutionen bzw. Therapeuten, Ärzten, etc.
  • Fortlaufende Kommunikation mit den Sorgeberechtigten
3.5 Räumliche Gegebenheiten

Die Wohngruppe verfügt über 6 Plätze und befindet sich in der Gemeinde Menslage (Samtgemeinde Artland). Eine Grundschule befindet sich im Ort. Alle anderen Schulformen sind in dem 10 km entfernten Quakenbrück, eine weitere Haupt- und Realschule in Berge (ca. 7 km entfernt) zu finden und sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht zu erreichen.

Die Wohngruppe verfügt im Erdgeschoss über ein Bad mit Dusche und WC, ein separates WC, eine Wohnküche, ein Büro, ein Mitarbeiterzimmer, ein Wohnzimmer mit angrenzenden Mehrzweckraum und Lagerräume. Die Eingänge zu den Kellerräumen mit Waschmaschine und weiteren Lagermöglichkeiten gehen vom Flur ab.

Im Dachgeschoss befinden sich 6 Einzelzimmer, zwei Bäder mit Dusche und WC, sowie ein Mehrzweckraum.

Außerdem stehen großzügige Anbauten zur Verfügung, die wie folgt genutzt werden sollen und gemeinsam mit den Kindern entstehen:

Þ    Fahrradschuppen zum Abstellen der Fahrräder

Þ    Halle 1:     Kreativwerkstatt

Þ    Halle 2:     Holzwerkstatt

Þ    Halle 3:     Metallwerkstatt

Þ    Halle 4:     Fahrradwerkstatt

Þ    Halle 5:     Indoorspielfläche

Þ    Halle 6:     Fotolabor

Das Wohnhaus ist ca. 1940 erbaut worden.

Die hauswirtschaftliche Versorgung der Wohngruppe ist vollkommen eigenständig und wird über die pädagogischen MitarbeiterInnen und die Hauswirtschaftskraft gewährleistet.

Der 5-Tage-Wochengruppe steht ein 7-sitziges Fahrzeug zur Verfügung.

3.6 Personal

Die Leitung der Gesamteinrichtung ist gleichzeitig die pädagogische Leitung; sie wird von einer weiteren sozialpädaogischen Fachkraft unterstützt. Beide übernehmen unter anderem die Leitung von Teamgesprächen und Fallbesprechungen. Sie koordinieren die dienstlichen Belange. Weiterhin haben sie die Dienstaufsicht über das Personal und sind damit allen Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen weisungsberechtigt.

Die Gruppenkräfte arbeiten im Schicht- und Wechseldienst. Von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr ist die Nachtbereitschaft. An den Wochenenden und den niedersächsischen Ferienzeiten ist die Gruppe nicht besetzt. In diesen Zeiten kann aus gegebenem Anlass ein telefonischer Bereitschaftsdienst eingerichtet werden. Dieser ist Bestandteil der individuellen Sonderleistungen. Die Gruppe ist in den Belegungszeiträumen grundsätzlich mit mindestens einer pädagogischen Kraft besetzt. In der Zeit von 14.00 Uhr bis 19.00 Uhr sind mindestens 2 MitarbeiterInnen tätig.

Einmal in der Woche findet ein Teamgespräch aller MitarbeiterInnen des Gruppendienstes (3 Stunden) statt. Diese Zeit teilt sich in 2 Stunden Fallbesprechungen und 1 Stunde für dienstliche Angelegenheiten. Für die Fallbesprechungen wird 12 mal im Jahr eine systemische Familientherapeutin zur Verfügung stehen (jeweils 2 Stunden).

Darüber hinaus erhält das Team 10 mal im Jahr Supervision durch einen externen Supervisor (jeweils 2 Stunden).

Den MitarbeiterInnen wird jährlich ein auf den spezifischen Tätigkeitsbereich abgestimmtes Fortbildungsprogramm zur Teilnahme ermöglicht. Jede Fachkraft nimmt mindestens einmal im Jahr an einer eintägigen Fortbildungsveranstaltung teil. Zu aktuellen Fragestellungen finden einrichtungsintern Fortbildungen statt.

Einmal im Jahr findet zusätzlich zum Gruppenangebot eine einwöchige Ferienfreizeit statt, an der alle Mitarbeiter verpflichtend teilnehmen.

Über den normalen Betreuungsumfang hinaus werden, auf für Kinder und Jugendliche freiwilliger Basis, 1 mal im Jahr in den Ferienzeiträumen Projekte angeboten. Diese können auch von Eltern begleitet werden. Besondere Anschaffungen und die Unterbringung der Eltern im Rahmen der Projektarbeit sind Bestandteil der individuellen Sonderleistungen.

3.7 Hilfeplan

Dieser stellt die Grundlage für unsere Arbeit dar. Die Einrichtung erstellt für das jeweilige Hilfeplangespräch nach § 36 KJHG einen schriftlichen Kurzbericht, aus dem Aussagen über die Entwicklung des Kindes bzw. des Jugendlichen zu entnehmen sind. In Absprache mit dem örtlichen Träger der Jugendhilfe werden alle Betroffenen zum vereinbarten Termin des Hilfeplangespräches eingeladen. Dabei wird das betreffende Kind bzw. der betreffende Jugendliche einbezogen.

4. Sonderaufwendungen im Einzelfall

Folgende Sonderaufwendungen im Einzelfall werden nach dem Individualprinzip erbracht:

  • Taschengeld
  • Familienheimfahrten
  • Therapeutische Zusatzleistungen, Diagnostik
  • Außergewöhnliche Vereinsbeiträge und –Ausstattung
  • Starthilfen und die daraus resultierenden Leistungen


o       Erstausstattung bei Aufnahme

o       Erstausstattung bei Beginn einer Ausbildung

o       Fahrtkosten zu externen Ärzten, Psychologen und Therapeuten

o       Restkosten für ärztliche und zahnärztliche Therapien

5. Individuelle Sonderleistungen

Der Einsatz von individuellen Sonderleistungen muss mit allen Beteiligten erörtert worden sein und sollte vom örtlichen Träger der Jugendhilfe, den Sorgeberechtigten und der Einrichtung gleichermaßen befürwortet werden. Vor Beginn der Maßnahme ist eine entsprechende Kostenzusage einzuholen.

Folgende individuelle Sonderleistungen können nach Bedarf zeitnah organisiert werden:

  • telefonischer Bereitschaftsdienst bei akuten Problemen in den „Nichtbetreuungszeiten“
  • zusätzliche präventive Arbeit in Form von Beratungsgesprächen bei auftretenden Krisen in den Herkunftsfamilien zum Erarbeiten von Konfliktlösungsstrategien und Handlungsalternativen
  • Betreuung außerhalb der normalen Betreuungszeit
  • Begleitung in der Schule
  • Nachhilfeunterricht
  • Elternberatung durch eine systemische Familientherapeutin
  • Begleitung der Familie im häuslichen Rahmen bzw. im Gruppenalltag durch VHT®
  • Besondere Anschaffungen und die Unterbringung der Eltern im Rahmen der Projektarbeit

 

7-Tage-Wohngruppe

1. Beschreibung der Einrichtung

Die 7-Tage-Wochengruppe „Smile–Kids“ dient der vollstationären Unterbringung von 6 Kindern und Jugendlichen an allen Tagen eines Kalenderjahres (incl. Feiertagen, Wochenenden und Ferienzeiten).

2. Pädagogische Arbeit

2.1 Personenkreis

Die 7-Tage-Wohngruppe ist geeignet für Mädchen und Jungen im Alter von 6 bis 16 Jahren. Zielgruppe dieses Betreuungsangebotes sind Kinder/Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten und Entwicklungsstörungen, deren Eltern aufgrund von individuellen, sozialen und gesellschaftlichen Situationen mit der Erziehung und Versorgung aktuell überfordert sind und die mit ambulanten oder teilstationären Hilfeformen nicht ausreichend gefördert werden können.

Es stehen 6 Plätze zu Verfügung.

Rechtsgrundlage ist § 34 SGB VIII.

Aufnahmekriterien:

  • Bereitschaft der Eltern und Kinder/Jugendlichen zur Zusammenarbeit
  • eine Rückführung zu den Sorgeberechtigten ist im Rahmen der Hilfeplanung als Ziel erwünscht, aber nicht zwingend notwendig. Hauptkriterium hierfür ist die Stabilisierung der innerfamiliären / äußeren Rahmenbedingungen für eine gesunde Entwicklung und förderliche Erziehung des jungen Menschen von Seiten der Personensorgeberechtigten.


Ausschließende Kriterien:

Nicht aufgenommen werden Kinder und Jugendliche mit:

  • akuter oder latenter Suizidproblematik
  • diagnostizierter und akuter Suchtproblematik
  • starker körperlicher oder geistiger Behinderung
  • psychotischen Krankheitsentwicklungen


Einzugsbereich:

Vorrangig werden Kinder und Jugendliche aus den angrenzenden Landkreisen (Osnabrück, Cloppenburg, Vechta und Emsland) aufgenommen. In Einzelfällen finden auch Kinder und Jugendliche aus anderen Regionen Aufnahme.

Hilfeart und Rechtsgrundlage:

Die 7-Tage-Wohngruppe „Smile–Kids“ ist als sogenannte Regelwohngruppe ein vollstationäres Angebot der Kinder- und Jugendhilfe. Sie ermöglicht die langfristige bzw. dauerhafte Unterbringung von Kindern und Jugendlichen außerhalb der Herkunftsfamilie. Durch ein familienanaloges Arbeiten soll eine gute Kopplung mit der Herkunftsfamilie möglich werden. Schwerpunkte der Arbeit sind die Stabilisierung und Förderung der Kinder und Jugendlichen und die Arbeit mit den Sorgeberechtigten. Wir erwarten ein hohes Maß an Bereitschaft zur Mitarbeit seitens der Sorgeberechtigten.

Rechtsgrundlage sind die §§ 27, 34 SGB VIII.

3. Leistungen

4. Sonderaufwendungen im Einzelfall

5. Individuelle Sonderleistungen